King of New York by Louise Bay

King of New York by Louise Bay

Autor:Louise Bay
Die sprache: deu
Format: epub
Herausgeber: LYX.digital
veröffentlicht: 2018-04-11T00:00:00+00:00


Mit meinem Chef und seiner Tochter Taxi zu fahren, nachdem wir uns geeinigt hatten, keinen Sex mehr zu haben, war mehr als bizarr. Bei meiner Zustimmung zu diesem Einkaufsbummel hatte ich mich aus Mitleid mit Amanda über meinen gesunden Menschenverstand hinweggesetzt. Dabei hatte ich unterschätzt, wie unangenehm es sein würde, Zeit mit Max zu verbringen. Es war mir einzig und allein darum gegangen, eine Vierzehnjährige vor der Lieblosigkeit und dem mangelnden Verständnis ihres Vaters zu bewahren. Leider hatte ich vergessen, dass der fragliche Vater mein Chef war und wusste, wie ich nackt aussah.

»Findest du nicht auch?«, fragte Amanda und sah ihren Dad an.

Wir hatten ein Taxi in die City genommen, und Amanda redete ohne Pause über das Kleid, das sie sich wünschte. Max schaute aus dem Fenster und schien sich wenig für sie zu interessieren.

»Es wird bald regnen, glaube ich«, sagte er.

»Dad.« Sie boxte gegen sein Bein, doch er hielt ihre Hand fest und umschloss sie mit seiner. »Bist du einverstanden mit dem Kleid?«

»Bevor ich es gesehen habe, verspreche ich gar nichts.«

»Na schön, wenn wir heute nichts finden, gehe ich eben nackt.«

Max lachte. »Wenn du ein paar Jahre älter wärst, würde ich mir deswegen vielleicht Sorgen machen. Im Moment dienen mir noch deine pubertären Ängste als Versicherungspolice.«

»Ich verstehe nicht, was das heißt«, sagte sie.

»Umso besser für mich, Kleines.« Er legte ihr den Arm um die Schultern, zog sie an sich und blieb dabei an meinem Jackenärmel hängen. »Verzeihung«, sagte er, und ich lächelte und blickte auf meine Hände, die in meinem Schoß lagen. Weil ich nicht wusste, ob ich mir etwas einbildete, hätte ich gern zu den beiden hinübergeschaut. Sie schienen sich miteinander wohlzufühlen und das Zusammensein zu genießen. Ein Anflug von Neid durchzuckte mich.

Das Taxi hielt. »Da sind wir«, verkündete Amanda.

Feuchte Luft schlug mir entgegen, als ich aus dem Wagen stieg.

»Es wird eindeutig regnen«, murmelte Max und blickte hinauf zum Himmel.

Amanda betrat eine Boutique, und er hielt mir die Tür auf, um mich vorgehen zu lassen. Hoffentlich konnten wir die Sache hier schnell hinter uns bringen, damit ich zur Mittagszeit wieder zu Hause war.

Während wir uns umsahen, suchte sich Max einen Stuhl vor dem Umkleidebereich und widmete sich seinem Handy anstatt seiner Tochter. Typisch. Wieso war er überhaupt mitgekommen?

»Wie wäre es damit?«, fragte Amanda, hielt sich eine lange lila Robe an und drehte sich zu mir um.

Ich lächelte. »Das sollten wir unbedingt anprobieren.«

Insgesamt suchten wir sechs Kleider aus, wobei es Amanda gelang, zwei trägerlose dazuzuschmuggeln, bei denen ich mir sicher war, dass sie nicht den Beifall ihres Vaters finden würden.

»Um Schuhe und Tasche können wir uns kümmern, wenn wir das Kleid haben«, sagte ich, als Amanda auf dem Weg zur Umkleidekabine vor einem Tisch mit glitzernden Abendtäschchen stehen blieb.

Ich hängte die Kleider an einen Haken und zog dann vor Amanda den Vorhang zu.

»Harper, bleibst du hier, während ich mich umziehe, damit du es noch vor meinem Dad siehst? Ich will ihn mit dem perfekten Kleid überraschen.«

»Na klar«, antwortete ich und lehnte mich vor Amandas Kabine an die Wand. »Welches probierst du zuerst an?«

»Das lila Kleid.



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